Wiesenstraßenanwohner feierten das 60-jährige Bestehen ihrer Straße

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30 Erwachsene und nur fünf Kinder feierten am vergangenen Samstag in Wenzels Garage das 60-jährige Bestehen ihrer Straße. Alle fünf Jahre organisieren die Anwohner, in diesem Jahr erstmals mit ihrem neuen Bürgermeister Martin Schlothane, dieses Fest. So waren sich alle einig, dass man bei kühlen Getränken und gutem Essen besonders gut feiern kann und gut über die vergangenen 60 Jahre reden und diskutieren kann.

 

35 Wiesenstraßenanwohner feierten 60 Jahre Wiesenstraße 

Vor den 1950er Jahren waren im gesamten Bornholzgebiet nur Wiesen und Äcker, die von den Belecker Bauern bewirtschaftet wurden. Die Industrie vergrößerte ihre Betriebe und viele Arbeiter wollten hier in Belecke ein Haus bauen. Das Bornholzgebiet wurde nach und nach erschlossen und die Wiesenstraße angelegt. Nur Vertriebene, kinderreiche und minderbemittelte Bewerber, Menschen die in schlechten, kleinen Wohnungen oder Baracken lebten, konnten sich um einen Bauplatz bewerben. Die Bauplätze, der Grundstückspreis belief sich auf 1,83 D-Mark pro Quadratmeter, wurden im Bürgermeisteramt bei Bürgermeister Josef Löbbecke am 24.7.1955 ausgelost. Die Wiesenstraße wurde in mehrere Bauabschnitte wegen verschiedenen Finanzierungsarten verteilt. Dies waren: Landesdarlehn, erste und zweite Hypothek, Endbarakesierungsgelder, Aufwandsdarlehn, Arbeitgeberdarlehn und natürlich Eigenleistungen. Zunächst baute man vier Doppelhäuser, alle mit kleinen Stallungen, östlich der Straße. Im zweiten Bauabschnitt die westliche Seite mit vier Doppel- und zwei Einzelhäuser. Erst 1976 bauten Heinz und Margret Schluer auf die letzte Baulücke ihr Eigenheim.

1957 zogen die ersten Siedler in ihre neuen Hauser ein. Doch sie hatten in den zwei Jahren ihrer Bautätigkeit eines erlebt. Mit den Geschäftsführer der Heimstätte, Bauträger aller Häuser, und dem Architekten kam es oft zu Streitigkeiten. Erst Ende 1961 wurden die ersten Eigentümer im Warsteiner Amtsgericht grundbuchmäßig eintragen. Heute hat sich das Bild der Wiesenstraße völlig geändert. Die Kinder haben die Häuser übernommen oder einen neuen Besitzer gefunden. Alle Häuser haben ein anderes Aussehen. Aus Stallungen baute die Eigentümer Garagen und weil die Wohnungen zu klein wurden, erweiterte man die Wohnflächen. So wurde in den letzten 60 Jahren immer wieder in alle Häuser viel Eigenleistung und Geld investiert.

Das erste Straßenfest feierten die Anwohner der Straße auf dem Spielplatz an der Ecke Wiesenstraße / Gartenstraße am 7. August 1982. Mit Musik, Spiele für die Kinder, Verlosungen und Vorträgen und einem Vogelschiessen feierten alle bis in die frühen Sonntagmorgenstunden. Es war für alle Straßenanwohner ein unvergessliches Fest. (msp)

 

 

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