25 Jahre Schatzkammer Propstei

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„Nun ist es so weit, die Schatzkammer Propstei kann eingeweiht werden. Gewiss ein Tag der Freude. Ein Tag auf den viele ungeduldig gewartet haben. Ein Tag des Dankes.“ So formulierte es einst Pfarrer Fritz Spiekermann in den Pfarrnachrichten vor 25 Jahren. Am Samstag konnten das Museum und der, es aus der Taufe gehobene, Anno-Museumskreis ihr Silberjubiläum mit einem festlichen Gottesdienst und einem anschließenden Festakt im Gemeindezentrum feiern. 

Gehören seit 25 Jahren dem Anno-Kreis an: Peter Kretschmer, Michael Kretschmer, Joseph Friederizi, Johanna Klauke, Martin Heiß und Alfons Körling, Pastor Markus Gudermann gratulierte. 

Mit der Geschichte des Stadtmuseums ist der Orden der Benediktiner eng umwoben. 

Das 1072 gegründete Benediktinerkloster Grafschaft errichtete um 1100 die Propstei in Belecke. Das einstige Wirtschaftsgebäude beherbergt heute die „Schatzkammer Propstei“. Aus diesem Grund ließ es sich Pater Abraham, Prior der Abtei Königsmünster, nicht nehmen die Predigt im Gottesdienst zu halten. Als „aktuell lebender Benediktiner“ beleuchtete er die Frage: „Wie kann man das klösterliche Erbe mit in die Zukunft nehmen?“  Er würdigte die Arbeit des Anno-Museumskreises, der dieses Hinterlassenschaft stets vervollständigt und dafür gesorgt habe, dass sie „neue Früchte trägt“. Zudem richtete er einen Appell an die Gläubigen, es den Mönchen gleichzutun, Gott (im Alltag) zu suchen und Gehorsam zu üben. „Gehorsam hat mit Erhören zu tun und meint das wirkliche Hinhören, das aufeinander Zugehen, das Helfen.“ Zelebriert wurde der Gottesdienst zudem von Pfarrer Gudermann und dem Geistlichen Rat Josef Sauerwald. Der Kirchenchor „Heilig Kreuz“ unter der Leitung von Melanie Howard-Friedland sorgte für einen festlich-musikalischen Rahmen.

„Altes erhalten – Neues gestalten“ unter diesen Leitspruch stellte Markus Gudermann, Leiter der Pastoralverbünde Warstein und Möhnetal, seine einleitenden Worte beim anschließenden Festakt im Jugendheim. Das Erbe aus fünf Jahrhunderten zu erhalten und gleichzeitig das Museum mit Leben zu füllen, dies sei der Wunsch des „rührigen Kreises“ um Joseph Friderizi gewesen, der vor einem viertel Jahrhundert das einstige Wirtschaftsgebäude zu einem Ort der Begegnung gemacht habe. Unter den zahlreichen Gästen begrüßte der ehemalige Pfarrer Beleckes die kirchlichen Vertreter Pfarrer Bronstert, van Lieshout und seinen Vorgänger Hans-Gerd Westermann, sowie Josef Sauerwald (Geistlicher Rat), Josef Pieper als Repräsentant der Verwaltung, eine Delegation des Heimatvereins Grafschaft, Kustos und Ortsvorsteher Warsteins Dietmar Lange, die Vertreter der Belecker Vereine und Ortsvorsteherin Elke Bertling. Diese überbrachte nicht nur die Glückwünsche der Stadt, sondern dankte auch im Namen der Belecker Bürger: „Wir sind sehr froh dieses Kleinod zu besitzen. Sie machen diesen Ort zu dem was er ist – einer Schatzkammer!“ 

Nachdem Festredner Dr. Johannes Volmer, Betreuer des Museums Kloster Grafschaft, über die Entstehung der Museen im Allgemeinen und die enge Verbindung der beiden Ausstellungsstätten im Besonderen referiert hatte, blickte Joseph Friederizi, Sprecher des Museumskreises, auf die vergangenen 25 Jahre zurück. 

Die Anfänge gestalteten sich als schwierig. Konzeptentwicklung, Finanzierung, Bauplanung, Beratungen, Verhandlungen und Abstimmungen zwischen staatlichen, kirchlichen und städtischen Ämtern und Behörden - dazu durfte die fiskalische Bauverpflichtung für das ehemalige Wirtschaftsgebäude nicht außer Acht gelassen werden - waren notwendig für die Umsetzung vom offiziellen Initiativantrag im Februar 1979 bis zur feierlichen Eröffnung am 5. September 1992. „Wir brauchten in diesen 13 Jahren in der Tat einen langen Atem.“ 

Ein klares Ziel habe man vor Augen gehabt und schließlich „konnten alle Beteiligten feststellen, dass dieses Museum ein gelungenes Gemeinschaftswerk und ein leuchtender Mosaikstein in der Museenlandschaft unserer Stadt ist“. Nicht nur die sakralen Gegenstände aus den vergangenen Jahrhunderten hatten nun einen festen Platz erhalten, die Dauerausstellung wurde auch durch einige bedeutsame Exponate, wie das um 1700 gefertigte Räderuhrwerk der Propsteikirche und den 1620 erstellten Gigas-Atlas erweitert worden. Zudem bietet das Museum stets auch Raum für ganz besondere Sonder-Ausstellungen wie die Lichtinstallationen des Dortmunder Künstlers Leo Lebendig oder – aktuell – der „Exodus-Zyklus“ von Marc Chagall. Seit fünf Jahren ist das Museum zudem offizieller, landesweit anerkannter „außerschulischer Lern-Ort“ und spricht im Besonderen auch junge Menschen an. „Ein elementarer Auftrag von Museen.“  Der Anno-Museumskreis zähle heute 32 Mitglieder, die an etwa 150 Tagen im Jahr „gern und mit Freude dafür zuständig sind, dass alle Besucher die Geschichte und Kultur unserer Stadt, unsere Religion, des Sauerlandes erfahren und erleben können“, schloss Friederizi seinen Rückblick mit der Hoffnung, auch zukünftig viele Interessierte dort begrüßen zu dürfen. In der abschließenden Ehrung der verdienten Gründungsmitglieder Hanna Klauke, Alfons Körling, Martin Heiß, Michael und Peter Kretschmer, sowie dem erkrankten Edmund Schulte, wurde Friederizi als Organisator und treibende Kraft während der langwierigen Entstehungsphase eine besondere Annerkennung ausgesprochen. „Wichtig ist, solche Menschen zu finden, die sich einsetzen. Ohne sie gäbe es das Museum und diesen Tag hier heute nicht“, so Gudermann abschließend. Abgerundet wurde der Festakt durch musikalische Beiträge des Bläserquintetts der Musikvereinigung Belecke.

Foto und Text. Gaby Schmitz

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