Wehr und Rechen an Stütings-Mühle repariert – Arbeiten mussten noch vor dem Winter fertig sein.

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Notwendige Arbeiten am großen Wehr, oberhalb des Wasserlaufs am Mühlengraben, führten die Mitarbeiter des Arbeitskreises Mühlrad am vergangenen Samstag aus. Die dicken Eichenhölzer am Wehr waren im Laufe der vergangenen 20 Jahre morsch geworden und sperrten das Wasser nicht mehr ausreichend ab. Mit dieser Aktion unter fachkundiger und gut vorbereiteten Leitung von Christoph Linn war der Arbeitseinsatz in wenigen Stunden erfolgreich abgeschlossen.

Mit Flaschenzügen sichern die Mitarbeiter die schweren Planken.

Schon vor einigen Wochen stellte Henning Hardt vom Forstbetrieb der Stadt entsprechende Eichenstämme zur Verfügung, die am Sägegatter zu passenden Kanthölzern gesägt wurden. Insgesamt waren zwölf, je über drei Meter lange Hölzer zuzuschneiden. An jedes der einzelnen Kanthölzer fräste man Nut und Feder und hobelten alle Seiten auf genau 10,5 Zentimeter. Dann verleimten und verschraubten die Männer des Arbeitskreises immer fünf Hölzer zu einem Paket und verbanden diese mit Gewindestangen. Damit sie am großen Wehr sicher arbeiten konnten, hatten sie am Vortag das Wehr komplett geöffnet, so dass der gesamte Mühlengraben nur noch sehr wenig Wasser führte.

Und am vergangenen Samstag war es dann soweit. Mit einem Gabelstapler transportierten sie die Planken und schweres Werkzeug zum Wehr. Christoph Linn und Benedikt Kretschmer stellten sich mit Watthosen in den schlammigen Mühlengraben und konnten so von der Wasserseite aus die Arbeiten durchführen. Unterstützt wurden sie dabei von Alois Hanses, Hanjo Körling, Thomas Gärtner, Peter Kretschmer und Stephan Weber.

Sie entfernten mit grobem Werkzeug die morschen und verfaulten alten Wehrhölzer, reinigten die Flacheisen, Schrauben und Befestigungsmaterial. Mit Muskelkraft und Flaschenzügen führten sie die neuen, einige Zentner schweren Planken an ihren Bestimmungsort ein. Bohrten Löcher durch die Kanthölzer und mit langen Schrauben befestigten sie das Holz an den Führungseisen. Eine Gummikante, verstärkt durch ein Edelstahlblech sorgt an der Unterkante für die notwendige Dichtheit. „Jetzt werden wir wohl wieder 15 bis 20 Jahren Ruhe haben“, bemerkte Alois Hanses, der vor vielen Jahren mit den Männern vom Arbeitskreis Mühlrad letztmalig die Kanthölzer auswechselte.

So sahen die Bretter nach 20 Jahren Einsatz im Wehr aus.

Nach dieser Aktion hatten sie noch kein Feierabend. Sie nutzen den leeren Mühlengraben und wechselten am Rechen einen Kamm auch Kunststoff aus. Dieser sorgt dafür, dass der Wasserlauf immer frei von Laub, Zweigen und Ästen ist und es so zu keinen Störungen an der Turbine kommt. Die gesamte Anlage, vom oberen Wehr bis zum Rechen wird über viele Sensoren automatisch gesteuert. Trotzdem muss täglich einer der Arbeitskreismitarbeiter die richtige Funktion der Anlage kontrollieren. Nach dieser großen Samstagaktion hatten ein arbeitsreiches Jahr hinter sich.

Zusammen hatten sie ihre Reparaturarbeiten gemeistert: Alois Hanses und Christoph Linn im Mühlengraben, darüber Peter Kretschmer, Thomas Gärtner, Stephan Weber, Hanjo Körling und Benedikt Kretschmer.

Im Frühjahr wechselten sie den Dieselmotor, den Antriebsmotor für das Sägegatter aus. Dem alten Motor, Baujahr 1952, zehn PS, 1100 Kubikzentimeter Hubraum, fehlte die richtige Kompression und eine Reparatur ist wohl möglich, aber sehr zeitaufwändig und teuer. So fand man nach langem suchen im Internet einen „neuen“ Motor. Dieser verrichtete noch bis vor einigen Jahren seinen Dienst in Süddeutschland, ist ein baugleicher Motor Deutz MAH 914, Baujahr 1955, elf PS und ebenfalls 1100 Kubikzentimeter Hubraum. Mit diesem Umbau beschäftigte sich Heinz Schluer und Hanjo Körling sehr zeitintensiv.

Heinz Schluer arbeitete sehr zeitintensiv am neuen Dieselmotor für den Sägegatterantrieb.

Eine weitere Baustelle ist zur Zeit noch das Wasserrad. Hier ist die Lagerung zerschlissen. Nach langen Gesprächen mit Lager- und Kupplungsspezialisten hat man immer noch nicht die optimale Lösung gefunden. Daher ist die gesamte Anlage an Stütings-Mühle für die Männer um Christoph Linn immer wieder eine große technische Herausforderung, doch alle sind sich einig, dass sie die anfallenden Probleme immer wieder meistern werden.

Ziegen am Propsteiberg waren die einzigen Zaungäste.

Text und Fotos: Michael Sprenger