Obelisk und Anröchter Steinmuseum waren Ziele beim Anradeln.

Drucken

Wie in jedem Jahr startetet der adfc von Warstein aus zur ersten Radtour, dem traditionellen Anradeln. Ziel war in diesem Jahr Klieve und Anröchte. Organisiert hatte diese Tour Rita Cordes vom adfc in Zusammenarbeit mit der Marketingabteilung der Stadt Warstein und der Warsteiner Verbundgesellschaft.

Das Steinmuseum in Anröchte war eines der Ziele beim Anradeln.

Zunächst hatten sich nur 23 Fahrradbegeisterte angemeldet, gekommen waren dann aber 35 Damen und Herren. „Die Strecke ist etwas anspruchsvoll, der Weg führt erst einmal über den Haarstrang Richtung Norden bis nach Klieve, bei der Rückfahrt von Mellrich über Waldhausen müssen wir noch einmal alle Kräfte mobilisieren um den stetig steigenden Weg über den Haarrücken zu schaffen“, so begrüßte Rita Cordes die Fahrer am Belecker Wilkeplatz. Ein Großteil der Fahrräder waren mit Motor ausgestattet und so dauerte die Fahrt nach Anröchte nur etwas mehr als eine halbe Stunde. 

Am Obelisk von Klieve begrüßte Heinrich Mendelin, erster Vorsitzendes des Heimatvereins Anröchte, die Warsteiner und bedankte sich für das große Interesse. Auch Bürgermeister Alfred Schmidt kam eigens mit dem Fahrrad zur Aussichtsplattform um die Gäste willkommen zu heissen. Mit viel Engagement und Herzblut referierte Mendelin über die Geschichte und heutige Bedeutung der Steinbrüche in Anröchte und Klieve. Er erklärte, dass der Anröchter Stein ca. 120 Millionen Jahre alt sei und seit über 1000 Jahren in Anröchte abgebaut werde. Um an den begehrten Anröchter Stein zu gelangen, muss eine 12 – 18 Meter dicke Schicht abgetragen werden, dieser Abraum dient als Schotter. 

Ungewöhnlich ist hierbei, dass die untere Steinbank, der sogenannte grüne Stein weicher ist als die darüber liegende blaue Steinbank. Die Entstehung dieser brauchbaren Schichten haben vor etwa 150 Millionen Jahren begonnen und dauerte bei jeder Schicht 10 bis 15 Millionen Jahre. Viele Künstler bevorzugen die untere Schicht und sei sehr gut für Kunstwerke aller Art gut zu verarbeiten, die obere Schicht werde für Bodenbeläge, Hausfassaden, Fensterbänke und Einfassungen verwendet, führte Mendelin weiter aus. 

Viel interessanter und anschaulicher wird den Besuchern im Anröchter Steinmuseum der Abbau und die Verarbeitung von Anröchter Stein verdeutlicht. Dieses Museum wurde vor einigen Jahren durch die großartige Initiative von Heinrich Medelin, der Gemeinde Anröchte und der steinverarbeitenden Industrie in der ehemaligen Schule eingerichtet. Neben Fossilien, versteinerte Tiere und Pflanzen, findet der Besucher auch Dinosauriereiner, diese stammen nicht aus den Anröchter Steinbrüchen, sie sind eine Leihgabe vom Afrika Museum Vogt aus Gevelinghausen. Meisterbriefe, Gesellen- und Meisterstücke haben hier eine guten Platz, genauso wie alte Grabplatten und Wappentafeln. Es zeigt auch die Geschichte des Steinabbaus eindrucksvoll und lebendig. Schwerpunkte sind Gewinnung, Verarbeitung, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. 

Nach diesen Informationen reichte Thorsten Kosfeld von der Warsteiner Verbundgesellschaft einen kleinen Imbiss und Getränke an die Radler. Anschließend fuhr die Gruppe über Mellrich den bergigen Anstieg der Haar hoch. Leider beendete ein plötzlich auftretender starker Regenschauer das Anradeln, alle Teilnehmer fuhren auf kürzestem Weg wieder zurück. (msp) 

Design by Joomla 1.6 templates