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100 Jahre Spielmannszug Allgemein
Musikerinnen ein wichtiger Grund dieses Ereignis gebührend mit einem Freundschaftstreffen am 20.März 2010 in der Schützenhalle mit anderen Musikern zu feiern.
Schon beim traditionellen Jahresanfangsüben zu Beginn des Jubiläumsjahres präsentierten man eine über 110-seitige Chronik der vergangenen 100 Jahre und einen eigens für dieses Ereignis angefertigten Sticker. Eine Chronik mit vielen Bildern von den mutigen und selbstbewussten Freunden der Spielmannsmusik im Gründungsjahr 1910 bis zum jung, frisch und dynamischen Spielmannszug im Jahre 2010. Doch die Musiker sagen lieber, sie seien nicht 100 Jahre alt, sondern 100 Jahre jung und das nicht ohne Grund. Sie wollen damit zum Ausdruck bringen, dass sich sehr viele junge Menschen der Spielmannszugmusik widmen. Es wurde eine über viele Jahre intensive Jugendarbeit aufgebaut, als ein Baustein für eine erfolgreiche Zukunft.
Vom Trommelpeter zum Spielmannszug
Doch vor 100 Jahren hatte alles etwas einfacher angefangen, ein Spielmannszug bestand nur aus Flötisten, Trommlern und einem Tambourmajor. Anfang der 90er Jahre des 19. Jahrhunderts lösten Bernhard Müller und Hermann Kierse den legendären Trommelpeter ab. Sie hatten während ihrer Militärzeit das Trommelspiel erlernt und führten jetzt bei verschiedenen Veranstaltungen die Festzüge an. Ende der 90er Jahre kamen dann J. Heppe, L. Tigges und F. Funke als Flötisten und Hornisten hinzu. Im August 1910 schlossen sich neun Spielleute zusammen, und gründeten das Tambourcorps Belecke. Mit dem Ziel, als geschlossenes Corps aufzutreten, sie probten jeden Samstagabend und Sonntagsvor- und Nachmittag. Unter der Leitung von Tambourmajor Adam Appelhoff stellte sich das Corps am 27. Januar 1911, auf Kaisers Geburtstag, zum ersten Mal der Öffentlichkeit vor. Im Mai 1914 nahm der Tambourcorps Belecke mit neun Männern erstmalig außerhalb der Belecker Stadtmauern an einem Wettstreit teil. Das Üben hatte sich gelohnt, denn sie belegten den ersten Platz im Festzug und Parademarsch und den dritten Platz in der Gesamtwertung.
Während des ersten Weltkrieges erschlaffte das Vereinsleben doch schon 1919 knüpften die Musiker an ihre Erfolge an und das Corps errang viele Preise. 1925 schloss sich das Tambourcorps der Freiwilligen Feuerwehr an. Ein bedeutender Erfolg gelang dem Corps 1928 beim einem Wettstreit in Hamm. Als Bauernjungen verspottet, waren es diese Männer aus Belecke, die die gesamten Preise der 1. Klasse errangen.
Der zweite Weltkrieg brachte dann eine jähe Unterbrechung der Aktivitäten. Nach dem Krieg übernahmen Ludwig Rose und Ludwig Berghoff den Neuaufbau des Spielmannszuges. Als ersten „neuer“ begann Edmund Schulte seine Ausbildung als Flötist. 1949 löste Engelbert Vahle den Tambourmajor Ludwig Rose ab und Hermann Nürenberg trat in die Fußstapfen von Ludwig Rose, er übernahm federführend die Ausbildung der Trommler. Heinrich Gerte hatte bis 1971 allen Flötisten des Spielmannszuges die Kunst des Flötens beigebracht, diese Arbeit übernahm Johannes Schenuit.
In den darauf folgenden Jahren wurden viele Wettstreite besucht und mit großen Erfolgen belohnt. Fast 55 Jahre nach dem ersten Auftritt des Corps kam es zur Namensänderung, von jetzt an hieß das Corps Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Belecke. Zeitgleich wurde eine Lyra, eine große Trommel und Becken angeschafft.
Seit der 1970er Jahren verstärkte man die Ausbildung von Jugendlichen und der Spielmannszug fühlte sich so stark, dass man überlegte an überregionalen Wettstreiten teilzunehmen. Die Hürden waren groß, sehr groß sogar, doch diese wurden belohnt. 1980 war es soweit. Bei den dritten Bundeswertungsspielen in Hannover errang der Spielmannszug eine Silbermedaille. Seit dieser Zeit nahm der Spielmannszug an insgesamt fünf Bundeswertungsspielen teil. 3 Mal Silber und 2 Mal Gold konnten die Musiker auf Bundesebene erringen.
Nach 35 Jahren als Tambourmajor dankte Engelbert Vahle ab und übergab den Stab an seinen Nachfolger Hermann-Josef Nürenberg. Vahle wurde nach dieser Zeit zum Ehrenstabführer ernannt. Ebenso löste Hermann-Josef seinen Vater als Trommelausbilder ab.
Auch unter der neuen Stabführung nahmen die Musiker an Wettstreiten teil. Im Mai 1991 wurden sie erster Warsteiner Stadtmeister und schon eine Woche später nahmen sie bei den Bundeswertungsspielen in Friedrichshafen am Bodensee die Goldmedaille entgegen. Bis 1992 war der Spielmannszug ein Corps in dem ausschließlich Männer musizierten. Mit der Aufnahme von Petra Lutter begann ein „neues Zeitalter“. Heute spielen zwölf Damen aktiv mit und weitere sind noch in der Ausbildung.
Bundes- und Landeswertungsspiele
Im Mai 1994 fanden die Bundeswertungsspiele in Rietberg statt, Belecke errang den zweiten Platz und alle freuten sich über die Silbermedaille. Ein Jahr später erreichte der Spielmannszug bei den elften Landeswertungsspielen in Belecke die Goldmedaille im Bühnen- und den Sonderpokal im Straßenspiel. Im Rahmen dieses Festes wurde Johannes Schenuit und Hubert Steimann die Goldene Ehrennadel vom Landesvorsitzenden Klaus Schneider und Bundesstabführer Werner Ketzer überreicht. Für ihr langjähriges aktives Engagement im Spielmannszug ernannte der Vorstand 1999 Edmund Schulte, Johannes Schenuit und Hubert Steimann zu ihren Ehrenmitgliedern. Im Rahmen einer Feierstunde wurde diesen verdienten Mitgliedern die Ehrennadel in Gold mit Ehrenbrief vom Bundesstabführer Werner Ketzer und Stadtbrandmeister Peter Lenders überreicht. Weitere Ehrenmitglieder sind Alfred Tigges, Heinz Rodehüser, Johannes Schenuit und seit 2010 Josef Dünschede.
Der Spielmannszug Belecke ist aber nicht nur in Deutschland sondern auch in anderen europäischen Ländern tätig. So hält er einen sehr engen Kontakt zu unseren Freunden aus St. Pol (Frankreich) und der Partnerfeuerwehr in Silz (Österreich).
In den letzten Jahren haben die Musikerinnen und Musiker an zahlreichen Fortbildungsveranstaltungen im Musikwesen teilgenommen. Durch die ständig steigenden Ansprüche in der Musik, hat auch für den Spielmannszug ein Prozess eingesetzt, der viel Einsatz und Bereitschaft zum Neulernen erfordert. Neue Rhythmen wie Samba, Mambo und weitere Musikrichtungen werden für verschieden Konzertstücke benötigt. Ständige Bereitschaft zum Üben, und zum Erlernen neuer Musikstücken gehört zu den Eigenschaften eines Spielmanns. Neue Musikstücke und neue Instrumente, die früher in einem Spielmannszug nicht zu hören waren, sind heute eine Selbstverständlichkeit, es ist für jeden eine Herausforderung, auf die man sich monatelang vorbereiten muss, um sein Bestes zu geben. Der Spielmannszug besteht zurzeit aus 29 aktiven Spielleuten und 25 Jugendliche befinden Ausbildung.
Die Spielmannsmusik der Feuerwehr sind in unseren Städten und Gemeinden nicht nur gute Instrumente zur Pflege der Kameradschaft in der Feuerwehr, sondern sie ist insbesondere auch ein wichtiger Kulturträger. Die Verbundenheit zu der Bürgerschützengesellschaft sowie zu der Großen Belecker Karnevalsgesellschaft ist jedes Jahr in den Umzügen wieder zu erkennen.
Wer sich für die Vereinschronik interessiert, sie ist ab sofort bei der Sparkasse Lippstadt und der Volksbank Hellweg für vier Euro zu kaufen, der Stick für einen Euro. (msp)
Fotos:
Aktueller Spielmannszug In seiner aktuellen Besetzung: der Spielmannszug Belecke der Freiwilligen Feuerwehr
wettstreit hamm 1948 Dieses Foto entstand beim Wettstreit 1948 in Hamm
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